Selbst rollt der Mann

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Der Grund, warum es in meinem schönen Fotoblog so selten neues Bildmaterial zu sehen gibt ist der, dass ich extrem lange brauche um eine Rolle Film zu belichten. Ein normaler Film mit 36 Aufnahmen hält bei mir locker einen Monat vor, wenn nicht länger.

Es liegt wohl auch daran, wie ich fotografiere: Meist finde ich auf meinen Spaziergängen ein interessantes Objekt, aber irgendwas passt oft nicht. Oft ist es die Lichtstimmung und die Witterung, oder es parkt ein Auto davor, manchmal stehen Menschen im Hintergrund herum. So muss ich oft lange warten, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist – und selbst dann kann es immer noch sein, dass das Bild schlichtweg nichts geworden ist.

Froh war ich deshalb, als ich zuletzt ein paar Rollen Ilford HP5 mit nur 24 Aufnahmen statt 36 ergattern konnte. Nur: Preislich schenkt sich der fast nichts gegenüber der 36er-Version. Immerhin, das schlechte Gewissen bleibt etwas aus, wenn man den Film dann doch weit vor dem Erreichen der letzen möglichen Aufnahme zurückspult, weil man es einfach nicht mehr abwarten kann (oder will).

Dass man manche Filme auch als Meterware kaufen kann, um seine Filmpatronen selbst damit zu konfektionieren, davon hatte ich schon gehört, die Idee aber als zu unpraktisch verworfen. Irrtümlicherweise hielt ich das zuerst nämlich nur für Vielknipser lohnenswert, da loser Film weitaus günstiger erworben werden kann – da spart man auf Dauer schon ganz ordentlich.

Was ich dabei nicht bedacht hatte: Selbst konfektionieren ist genau die Lösung meines Problems – denn jetzt kann ich mir problemlos die gewünschte Anzahl Bilder in eine Filmpatrone einspulen. In meinem Fall reichen 12 Aufnahmen dicke, da brauch ich schon ne gute Woche dafür.

Also flux beim Händler meines Vertrauens einen Filmlader bestellt, sowie eine 17 Meter Rolle Ilford HP5 (gibts auch in 30,5 m). Ausgehend davon, dass auf einen Meter Film locker 25 Kleinbild-Negative passen, sind das umgerechnet ca. 425 Bilder! Mit den von mir favorisierten 12 Bildern pro Film komme ich auf 35 Patronen – damit bin ich eine Weile beschäftigt. Monetär spare ich mir gut die Hälfte pro Film, wenn erst mal die Anschaffungskosten für den Lader amortisiert sind (die Dinger sind leider unverhältnismäßig teuer).

Egal – wichtig ist mir erst mal nur, dass nicht jedes mal Wochen vergehen, bis ich endlich einen Film entwickeln kann. Noch ein Tipp für die, die es auch ausprobieren wollen: Kauft euch Nachfüllpatronen aus Metall. Die aus Plastik ziehen Staub an wie blöde. Noch besser: Verbrauchte Filmpatronen wiederverwenden geht auch!

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